Feb

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„Über die Wupper gehen“ – das bedeutet im Volksmund, dass jemand stirbt oder etwas verschwindet. Keine schöne Sache! Woher stammt eigentlich diese Redewendung, die die Wupper in so schlechtem Licht erscheinen lässt? Leider ist der Ursprung nicht sicher geklärt. Die fleißigen Schreiber der Seite www.wuppertalsperre.net haben aber gründlich recherchiert und ganze sechs mögliche Erklärungen gefunden. Hier sind sie:

  1. Über die Wupper zum Friedhof
    Angeblich lag der Friedhof der Stadt früher auf der anderen Seite der Wupper. Wer beerdigt wurde, ging also wörtlich über die Wupper. Allerdings taten das ja die Trauergäste auch und die gingen nicht im sprichwörtlichen Sinne „über die Wupper“.
  2. Über die Wupper in die Freiheit
    Die Wupper bildete früher die Grenze zwischen der Grafschaft Mark und dem Herzogtum Berg. Im 18. Jahrhundert wurden in der Grafschaft Mark junge Männer als Soldaten geworben – und das meistens nicht freiwillig. Um sich dem zu entziehen, flohen sie ins benachbarte Herzogtum Berg und gingen dazu über die Wupper. Die Zu- und Abwanderung junger, kräftiger Männer hatte zur Folge, dass die Wirtschaft im Herzogtum Berg florierte, während es in der Grafschaft Mark durch den Mangel an Arbeitskräften bergab ging. Hier gingen also nicht nur die Soldaten über die Wupper, sondern auch die Wirtschaft in der Grafschaft Mark.
  3. Über die Wupper zum Bankrott
    Das Wuppertaler Amtsgericht befindet sich auf einer Insel mitten in der Wupper. Wer Insolvenz anmelden muss, der geht dazu zwangsläufig über die Wupper. Egal aus welcher Richtung er kommt.
  4. Über die Wupper auf die Schattenseite des Lebens
    Das rechte Ufer der Wupper ist sonnig und schön, während das linke Ufer durch die Lage im Tal eher schattig ist und länger im Dunkeln liegt. Die bevorzugte Wohnlage für reiche Unternehmer und Fabrikanten war die sonnige Seite, während die billigeren Wohnungen und Arbeitersiedlungen auf der Schattenseite lagen. Ging nun ein Fabrikant in Konkurs, musste er seine Villa auf der Sonnenseite gegen eine Wohnung auf der Schattenseite eintauschen. Er ging also über die Wupper.
  5. Über die Wupper zum Todestrakt
    Es soll früher ein Wuppertaler Gefängnis gegeben haben, das über einen Todestrakt verfügte. Dieser lag auf der anderen Seite der Wupper, so dass man, um ihn zu erreichen, über eine Brücke gehen musste. Ein verurteilter Verbrecher ging also über die Wupper, wenn er in den Todestrakt verlegt wurde.

Leider ist keine der Erklärungen sicher belegt. Vielleicht handelt es sich auch einfach um eine regionale Abwandlung der Redewendung „Über den Jordan gehen“.

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